Der Bauch ist ein Superhirn

Der Bauch. Das Abdomen (lateinisch) ist in der anatomischen Fachsprache der Bereich des Rumpfes zwischen Brustkorb und Becken. Der Bauch wird allerdings auch gerne auf den Magen-Darm-Trakt reduziert – vor allem dann, wenn es darum geht, ihn vollzustopfen. Mit kulinarischen Genüssen wie Brot, Nudeln, Kartoffeln, Fleisch, Gemüse, Fisch, Käse, Schokolade oder Kuchen. Dazu noch etwas Flüssiges wie Wasser, Milch, Wein, Bier oder Limonade. Im Laufe eines 75-jährigen Lebens wandern so mehr als 30 Tonnen Nahrung und 50.000 Liter Flüssigkeit durch den Bauch.

Harte Arbeit für den Bauch – und zwar Tag für Tag, bis tief in die Nacht. Ein echter Malocher, könnte man meinen. Aber der Bauch muss nicht nur unentwegt arbeiten, er hat noch ganz andere, komplexere Aufgaben zu bewältigen. Im Gedärme geht es nicht nur um das große Fressen. Sondern um das große Ganze – und zwar das Bauchhirn.

Im Darm sitzen mehr als 100 Millionen Nervenzellen

Das Enterische Nervensystem (ENS) wird auch gerne als „abdominal brain“ oder „second brain“ (englisch „zweites Gehirn“) bezeichnet und ist ein komplexes Geflecht aus Nervenzellen, das fast den gesamten Magen-Darm-Trakt durchzieht. Neurogastrologen haben erforscht, dass die Nervenzellen von Gehirn und Darm die gleiche Bauart haben. Außerdem sind Wirk- und Botenstoffe ebenfalls identisch. Im Darm sitzen mehr als 100 Millionen Nervenzellen – etwa genauso viele wie im Gehirn. Beide befinden sich in einem ständigen Dialog. So hängt das eigene Wohlbefinden sehr eng mit einer gesunden Darmflora zusammen.

Die menschliche Darmflora wiegt zwischen 1,5 und 2 Kilogramm. Sie enthält über 100.000 Milliarden Bakterien, die für das Funktionieren unseres Organismus sehr wichtig sind. Und die darüber entscheiden, ob die Kommunikation zwischen Gehirn und Darm gut läuft. Dieses Zusammenspiel wirkt sich direkt auf unsere Stimmung aus, ob wir gut oder eher mies gelaunt sind. Denn fast 90 Prozent der Informationen gehen vom Bauch zum Gehirn. Die verbleibenden 10 Prozent laufen anders herum. Außerdem produziert die Darmwand Glücksgefühle. Das Glückshormon Serotonin wird größtenteils in den Zellen der Darmschleimhaut produziert. Der Bauch gibt also den Ton an – ist das heimliche Superhirn des Menschen.

Die Informationsflut vom Bauch zum Hirn nimmt ein gesunder Menschen kaum wahr. Auch wenn der Magen- und Darmbereich dabei in Aktion ist, blubbert und rumort. Menschen mit Reizmagen, Bauchschmerzen, Blähungen, Durchfall oder Verstopfung sind da jedoch viel empfindlicher und spüren jede Regung des Enterischen Nervensystems. Zumal das zentrale Nervensystem ebenfalls viel empfindlicher auf die Informationen des Darms reagiert. Laut Studien kann das die Ursache für Migräne, Depressionen, Schlafstörungen oder Angstzustände sein.

Umso wichtiger ist es, dass die Darmflora nicht durch Gifte, Stress und Schadstoffe gereizt wird. Dass der Körper regelmäßig und schonend gereinigt wird. Das sorgt für ein Wohlbefinden, tut dem Magen gut – wie Vita Biosa beispielsweise. Und ein gesundes Bauchhirn sorgt nicht nur für einen gesunden Körper, sondern auch für einen frischen Geist.